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BERUFSKOLLEG UND BERUFLICHES GYMNASIUM DER STADT HAMM

Praktikum in England - eine tolle Erfahrung

Das Elisabeth-Lüders-Berufskolleg in Hamm bietet viele EU-Erasmus plus Praktika für verschiedene Ausbildungsgänge an. Partnereinrichtungen befinden sich in Bradford, Dublin, Wien, Paris und Istanbul.

Hier berichten Dimitri und Katrin, Auszubildende zur Sozialassistentin/zum Sozialassistent, über ihr Praktikum inder Hammer Partnerstadt Bradford. Das Praktikum erfolgte im Frühjahr 2016bei "Bradford Disability Sports andLeisure" in Shipley/Bradford. Es dauerte 4 Wochen und fand im Erasmus plus Bewilligungszeitraum 2015 bis 2017 statt.

Wie es dazu kam:

Es war zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres unserer Ausbildung an der Berufsfachschule für Sozialwesen mit dem Ziel, Sozialassistentin/Sozialassistent zu werden.Wir mussten noch ein vierwöchiges Praktikum in der zweiten Schuljahreshälfte absolvieren, als uns unsere Fachlehrerin im Bereich Pflege fragte, ob wir uns vorstellen könnten, das Praktikum in England abzuleisten.Das hörte sich gut an, trotzdem waren wir unsicher-ein fremdes Land und wir mit unserem Schulenglisch! Beworben und Glück gehabt, die Wahl fiel auf uns. Nach einer intensiven Vorbereitung ging es los. Mit uns reisten noch 9 weitere PraktikantInnen, die in anderen Einrichtungen in Bradford tätig werden wollten.

Unsere Praktikumseinrichtung:

Bradford Disability Sports andLeisure (BDSL), versteht sich als Organisation, die Menschen mit Behinderungen Sport und körperliche Aktivität mit hoher Qualität bieten will.Der Grundsatzist: "We believe everybody should have the opportunity to participate in sport and active leisure". Es gibt viele tägliche Angebote, man arbeitet mit verschiedenen Vereinen und Einrichtungen zusammen und unterhält sogar einen Fahrdienst für Menschen mit Behinderungen. Die Aktivitäten reichen von verschiedenen Sportarten über Wander- und Radtouren bis zu Aktivitäten der Freizeitgestaltung.

Nähere Infos auf der Webseite: http://www.bradforddisabilitysports.co.uk/

In England:

Für uns war alles neu. Nicht nur der Linksverkehr, auch die Verhaltensweisen der Menschen, ihre Offenheit, ihr Dialekt und ihre Freundlichkeit. Wir fühlten uns von Anfang an wohl. Vieles kannten wir aus Deutschland nicht. Nicht nur, dass die Menschen an der Bushaltestelle geordnet in Schlangen standen, der Busfahrer wurde freundlich begrüßt und Fahrgäste bedankten sich bei ihm. Außerdem ist uns aufgefallen, dass es in Bradford eine hohe Zahl von Migranten (vor allem aus Pakistan und Indien) gibt, die aber alle sehr gut integriert sind.

Positiv war auch von Beginn an, dass wir im Studentenwohnheim des Bradford Colleges untergebracht waren, in dem auch viele Studenten und Praktikanten aus vielen anderen Ländern wohnten, zu denen wir in Kontakt treten konnten.

Unsere Aufgaben:

Unsere Tätigkeit bestand im Wesentlichen darin, mit den einzelnen Sport- oder Freizeitgruppen zu arbeiten. In der Regel waren die Mitglieder Menschen mit Behinderungen, die in den verschiedensten Sportarten trainierten oder einfach ihre Freizeit mit Bewegung oder Kommunikation verbrachten. Die einzelnen Gruppen waren über das Stadtgebiet verteilt und wir wurden von Barry oder anderen teachern zu den Einsatzorten mitgenommen..

Von Anfang an wurden wir in die Gruppen integriert und in die Rolle als teacher oder Trainer eingeführt. Nach einiger Zeit konnten wir schon Sportstunden nach Anleitung der Trainer selbst übernehmen. Wir lernten auch typisch englische Sportarten wie Rugby und Kricket kennen. Wie gut, dass wir Sport lieben!

Zur Arbeit gehörten auch Hilfestellungen beim Umkleiden oder anderen Verrichtungen, wenn das von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewünscht wurde. Unser Praktikantenstatus spielte keine Rolle, wir wurden voll als Trainer akzeptiert. Und doch, unsere Anwesenheit war schon etwas Besonderes, weil wir aus Deutschland kamen und sich fast alle für uns interessierten.

Dienstags und mittwochs von 10 bis 15 Uhr arbeiteten wir als Betreuer und Betreuerin in einer Gruppe für ältere Menschen, die keine Angehörigen und nur wenig Kontakte haben. Unsere Aufgabe war Unterhaltung, Aufmunterung und Beschäftigung. Sprachlich hat uns das sehr gefordert und wir benötigten einige Tage, bis wir etwas flüssiger wurden und uns so richtig trauten. Unsere Befürchtungen hinsichtlich Ressentiments haben sich nicht bestätigt. Alle Teilnehmerinnen dieser Gruppe (auch in England ist das Alter weiblich) und die wenigen Teilnehmer waren uns gegenüber sehr offen und zugewandt und wir mussten viele Fragen über Deutschland und über uns beantworten.

Aufnahme und Anleitung:

Unser Anleiter im BDSL, Barry Thorne, nahm uns schon am ersten Tag mit in seine Familie. Wir lernten so seine Frau und seinen Sohn Stephen kennen, der auch vom BDSL betreut wird und hatten damit Einblick in englisches Familienleben. Im Grunde wurden wir wie Verwandte behandelt. Wenn sich die Gelegenheit ergab und Barry Zeit hatte, zeigte er uns seine Heimat. Dazu hat er Ausflüge mit uns und seiner Familie gemacht und wir lernten vielesin Bradford und Yorkshire kennen.

Außerdem ist er im BDSL Fundraising and PR Officer. In dieser Rolle nahm er uns mit zu Benefizveranstaltungen oder zu Fundraising-Gesprächen in Firmen oder politischen Institutionen. U.a. waren wir auch zur teatime beim Lord Mayer eingeladen. Über Fundraising und Charityhaben wir so eine Menge gelernt.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir vieles für unsere Ausbildung, über England und Europa mitgenommen haben, was uns eine differenzierte Sicht auch aufunsere Berufstätigkeit inDeutschland ermöglicht. Wir haben uns in England sehr wohl gefühlt und bedauern den Brexit sehr. Es wird der EU etwas Wesentliches fehlen.

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